Brinkmanship

​Brinkmanship (englisch für „Spiel mit dem Feuer“ oder „Politik am Rande des Abgrunds“) bezeichnet die strategische Drohung, in der Politik oder beim Verhandeln bis zum Äußersten zu gehen.
Die Bezeichnung ist abgeleitet vom englischen Wort „brink“ („Rand [eines Abgrunds]“). Beim Verhandeln ist damit die Fähigkeit gemeint, bis zum Äußersten zu gehen, um den Verhandlungspartner (in diesem Fall wohl eher den Verhandlungsgegner) zum Nachgeben zu bewegen. Man geht sinnbildlich bis zum Rand eines Abgrunds, und baut darauf, dass der andere aus Angst vor dem gemeinsamen Absturz nachgibt.

In den gescheiterten Jamaika-Gesprächen waren ‚Neuwahlen‘ die häufig genutzte Drohkulisse. Denn: Neuwahlen wären das Eingeständnis der gewählten Parteien allgemein – und Angela Merkels im Besonderen – keine handlungsfähige Regierung bilden zu können. In gewisser Hinsicht ein Armutszeugnis – und deswegen ein gemeinsamer Absturz.
Um diesem möglichen Absturz die Macht zu nehmen, mussten auch alle Parteien ständig betonen, dass sie keine Angst vor Neuwahlen haben. Doch wenn diese Drohung ständig im Raum steht, kann sich kein Vertrauen entwickeln. Und ohne Vertrauen entstehen keine gemeinsamen Lösungen.

Die waren aber möglicherweise nicht von allen wirklich gewollt. Da war zu viel Strategie im Spiel …

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