Mein letztes Seminar vor der Corona-Krise war ein Kommunikationstraining für Projektentwickler in der Windenergie. Zu deren Aufgabenfeld gehört es, die Entscheidungsträger vor Ort in den Kommunen für die Windenergie zu gewinnen. Das ist eine sehr herausfordernde Aufgabe, bei der wir sie durch den Aufbau ausgewählter kommunikativer Kompetenzen unterstützen wollten. Der Widerstand in der Veranstaltung war ungewöhnlich hoch. Nicht die eigenen kommunikativen Kompetenzen wurden als Baustelle gesehen, sondern vor allem die Schwierigkeiten des Marktes betont – und hier besonders das schlechte Image der Windenergie (u.a. wegen der Größe der Anlagen und der Nähe zu Siedlungen – und daher viel Widerstand vor Ort).

Heute las ich dann in der Tagesschau-App folgende Meldung

Tagesschau-App: 12.05.2020 11:19 Uhr
„Pläne des Wirtschaftsministeriums: Kommunen sollen von Windparks profitieren
Der Ausbau der Windenergie scheitert oft am Widerstand vor Ort. Wirtschaftsminister Altmaier plant daher, neue Windparks attraktiver zu machen. Es soll mehr Geld für die Gemeinden und günstigen Strom für die Bürger geben.
Um den Widerstand gegen neue Windräder zu verringern, schlägt Wirtschaftsminister Peter Altmaier eine Abgabe an die Kommunen und vergünstigte Stromtarife für Anwohner vor. Das geht aus einem Eckpunktepapier des Bundeswirtschaftsministeriums hervor, das dem ARD-Hauptstadtstudio vorliegt.
Die Zahlung der Windparkbetreiber an die Kommunen soll demnach verpflichtend sein – ob sie den Bürgern zusätzlich noch vergünstigte Stromtarife anbieten, sollen sie selbst entscheiden dürfen. (…)“

Spontan habe ich mich darüber gefreut, weil diese Pläne den Seminarteilnehmern in die Karten spielen müssten. Denn mit diesen guten Neuigkeiten könnten Sie Ihre (erweiterten) Gesprächskompetenzen auf die Probe stellen – und dann hoffentlich erfolgreich sein. Ein schönes Beispiel dafür, dass wir beide Interventionsebenen brauchen – das Individuum und das System.