"Liebesaffären zwischen Problem und Lösung"

“Liebesaffären zwischen Problem und Lösung” Eine unbedingte Literaturempfehlung auch für die Teamentwicklung

In fast all meinen Seminaren und Coachings komme ich über kurz oder lang auf den sogenannten ‚common ground‘ zu sprechen. Der ‚common ground‘ bezeichnet die gemeinsame Basis der Zusammenarbeit – und zeichnet sich durch die Qualität der gelebten Beziehungen aus. Dazu gehört es, Klarheit zu haben und zu schaffen über den Sinn, die Ziele und Aufgaben, die Entscheidungswege und -verantwortlichkeiten in einem Team und in einer Organisation. Auch darüber zu sprechen, wie man zusammenarbeiten möchte, gehört dazu.  Fast durchgängig ist die Reaktion: „Das müssten wir bei uns auch mal machen.“

Und ich glaube, dass das in der Tat eine gute Idee wäre.

Deswegen habe ich mich gefreut, dass Gunther Schmidt in meiner aktuellen Lektüre ‚Liebesaffären zwischen Problem und Lösung‘ im Kapitel ‚Das Team als Kompetenztreibhaus – hypnosystemische Teamentwicklung‘ besonders deutlich für eine Konsensualisierung des Teamziels als einen der ersten Schritte in der Teamentwicklung plädiert:

„Generell kann gesagt werden, das immer dann, wenn der stringente Bezug zum Teamzielen nicht gegeben ist, eine Art Konfusion über den Sinn des Teams damit relative Orientierungslosigkeit bei den Beteiligten entstehen kann. Um wieder Orientierung und neuen Sinn zu finden (als Lösungsversuche dafür), bilden sich schnell gruppendynamische Prozesse wie zum Beispiel massive Teamkonflikte, häufiges Klagen über Mangel an Kooperation, an Führung, Rettungsreaktionen etc. Dies wird oft interpretiert als ‚Ursache‘ von Team-Problemen, meist aber erweist es sich als Reaktion auf einen Mangel an klarer Zielorientierung und entsprechenden Regeln im Hinblick darauf, wer was für die Ziele tun sollte.“ S. 394

In dem Buch geht nur am Rande um Teamentwicklung. Im Zentrum steht die Erläuterung des hypnosystemischen Ansatzes. Sehr lesenswert für alle, die an Beratung und Selbsterkenntnis interessiert sind.