Online-Coaching - Online-Training - Online Moderation

Liebe Leserinnen und Leser,

die Corona-Krise hat uns fest im Griff, sie hat uns sehr schmerzlich getroffen. Und doch hat sie auch manches möglich gemacht, was vor kurzem noch undenkbar war. So avancierten Telearbeit und Homeoffice quasi über Nacht zum Standard. Entsprechendes gilt für Coaching und mit Einschränkungen auch für Trainings. Wie können Online-Coachings und Online-Trainings praktisch aussehen, wo liegen die Chancen und wo die Risiken von beidem – und wo kommen wir um die persönliche Begegnung im gleichen Raum-Zeit-Kontinuum nicht drum herum. Auf diese Fragen möchte ich hier gerne eingehen und am Ende auch noch einige Möglichkeiten der Online-Moderation vorstellen.

Denn Themen und Lernfelder gibt es auch in der Krise genug: Aufgrund einbrechender Umsätze muss nachverhandelt werden, im Homeoffice sitzende Mitarbeiter müssen (remote) geführt werden, die kommunikativen Herausforderungen ebenso wie die mentalen sind enorm, u.v.a.m.

Lassen Sie uns schauen, wie die Online-Formate uns dabei helfen können. Viel Freude beim Lesen wünscht Ihnen –
Ihr Udo Kreggenfeld

Dr. Udo Kreggenfeld – Direkt im Dialog
Kommunikationsberatung
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Online-Coaching

Online Coaching ist vor allem eins. Coaching; eine Beratung, in der ein Coach einen Coachee oder Kunden in Gesprächen bei der Entwicklung eigener Lösungen begleitet und unterstützt. Zusätzlich können strukturierte Fragensets zur Selbstreflexion eingesetzt werden sowie ausgewählte Apps wie ‚Co-Spaces‘ und ‚ProReal‘. Mit ihnen lassen sich Methoden aus dem klassischen Coaching wie ‚Das Innere Team‘ oder auch ‚Systemaufstellungen‘ simulieren. Damit ist Online-Coaching mehr als die Verlagerung des Gesprächs ins Web; es nutzt begleitend lösungsorientierte Tools der virtuellen ebenso wie bewährte Methoden aus der analogen Welt. Immer wieder wird ins Feld geführt, das die für den Coachingerfolg erforderliche Verbundenheits- und Bindungserfahrung (das sogen. ‚Bonding‘) sich nicht online darstellen lasse. de Haan et al. (2016) haben dazu in einer repräsentativen Studie herausgefunden: im Gegensatz zur Psychotherapie hat das ‚Bonding‘ einen geringeren Einfluss auf das Coaching-Ergebnis hat als der Aufgaben- und Zielaspekt der Arbeitsallianz zwischen Coach und Klient. (Mannhardt & de Haan 2018, S. 88). Zuviel ‚Bonding‘ kann da auch kontraproduktiv sein und Energie beanspruchen, die für die Problemlösungsaktivitäten gebraucht wird.
Mein persönliches Resümee: für die meisten Coaching-Anliegen ist das Online-Coaching bei entsprechender Affinität des Coachees zu digitalen Medien ohne Abstriche sehr geeignet. Sprechen Sie mich gerne an, ich bin ausgebildeter Online-Coach.

Online-Training

Im Online-Training treffen sich eben nicht nur 2 Menschen, sondern ganze Gruppen zur gleichen Zeit in einem – virtuellen – Raum. Webbasierte Videokonferenz-Software macht es möglich. Vorteil: Die meisten Menschen sind damit aus den Online-Meetings bereits vertraut und haben Erfahrungen mit Skype, Zoom, Go-to-Meeting, WebEx, Adobe Connect u.a. Online-Trainings eignen sich meiner Einschätzung nach super für ein erstes Kennenlernen, um die TeilnehmerInnen vor dem Präsenstraining auf das Thema vorzubereiten und um sich nach ihren Erfahrungen zu erkundigen.Auch für Follow-Up-Veranstaltungen, um den Lernprozess beim Übergang in die Praxis weiter zu unterstützen und um aufgekommene Fragen zu besprechen und Erfahrungen zu reflektieren sind sie super. Wo sind die Grenzen des Online-Trainings? Abgesehen davon, dass Online-Trainings nicht zur reinen Wissensvermittlung eingesetzt werden sollten (hier eigenen sich Lernvideos oder das gute alte Buch besser) kommen wir dort an die Grenzen, wo es um die Interaktion in der Gruppe geht. Wenn die Wirksamkeit der eigenen Person und der eigenen Interventionen im sozialen Raum ausprobiert und ‚gefeedbackt‘ werden soll, ist das Präsenstraining nach wie vor das Mittel der Wahl.

Diese Fähigkeiten und Kompetenzen lassen sich am besten und nachhaltigsten in praktischen Übungen, Rollenspielen und Fallbeispielen üben.
Sie sind zudem das Salz in der Suppe von Management- und Führungsqualifizierungen. Wenn soziale Begegnungen also nach der Corona-Krise wieder möglich sind, spricht viel dafür, die Chancen des Präsenztrainings wieder zu nutzen. Doch vielleicht stärker im Mix mit digitalen Formaten als vorher.

Das Zauberwort heißt dann: Blended Learning. Ein abgestimmter Mix aus digitalen und analogen Formaten und Medien, um ein vorher definiertes Lern- und Perfomingziel zu erreichen. Sprechen Sie mich gerne an, um hier konkreter zu werden.

Online-Moderation

Die klassische Moderation kennen wahrscheinlich alle von uns. Nach der Einigung auf ein Ziel kommt die große Stunde der Pinnwände und Flipcharts. Es werden Punkte geklebt, Karten oder auch Post-It’s geschrieben, Karten-Cluster gebildet und priorisiert. Man teilt sich auf in Kleingruppen, erarbeitet Lösungen und teilt Verantwortlichkeiten zu. Dabei ergeben sich häufig 3 Herausforderungen: Es gibt eine gewisse Müdigkeit des Punkteklebens und Kartenschreibens, häufig sind die Beiträge auf den Karten nicht zu lesen und wenn die Gruppen zu groß werden, wird es unübersichtlich. Wenn jetzt noch Reisebeschränkungen und Zusammenarbeitsverbote dazukommen, ist es vorbei mit dem Moderieren. Nein, ist es nicht! Wir können alle eben genannten Phasen der Moderation digital abbilden. Die Teilnehmer arbeiten mit Tablets oder ihren eigenen Smartphones, geben ihre Beiträge dort ein oder stimmen von dort aus ab – und die Ergebnisse werden direkt auf einem Screen oder Bildschirm angezeigt, können vom Moderator dort sortiert und geclustert werden, so dass die (virtuelle) Gruppe damit weiter arbeiten kann. Die TeilnehmerInnen können Ihre Beiträge anonym eingeben, was das Ansprechen von kritischen Punkten in Anwesenheit der Hierarchie sehr erleichtern kann. Denn nicht mal über die Handschrift ist der Beitrag zurückverfolgbar. Das kann es leichter machen, dem Chef das mangelnde Vertrauen auszusprechen und auch zu beschreiben, woran das liegt …Weitere Vorteile: Die Ergebnisse werden per Mausklick (lesbar) dokumentiert, auch sehr große Gruppen können so moderiert werden. Die Software dazu kann z.B. von der Fa. Teambits (ein Spin-Off der Fraunhofer-Gesellschaft) kommen. Ich habe sie bereits eingesetzt, bin begeistert – und stelle sie Ihnen gerne einmal vor.

Ihre Hinweise und Anregungen nehme ich gerne auf: info@kreggenfeld.de
Unter der gleichen Adresse können Sie die Kontaktdaten ändern oder den Infobrief abbestellen. Weitere Informationen auch unter www.kreggenfeld.de 

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