Management-Training versus Gruppendynamik

Vor 3 Wochen war ich – wieder mal – auf einem 5-tägigen gruppendynamischen Training. In diesen Trainings geht es schwerpunktmäßig um Beziehungsklärung innerhalb der Gruppe. Eine Agenda und fest definierte Themen und Ziele, die dann entsprechend abgearbeitet werden, gibt es nicht. Der Prozess in der Gruppe und im ‚Hier und Jetzt‘ steht im Vordergrund. Das kann sehr mühsam sein, aber auch sehr spannend, intensiv und bereichernd.
In den Management-Trainings, die einen Schwerpunkt meiner Arbeit ausmachen, geht es um den Aufbau von Management Kompetenzen: Rollenklären, delegieren, Feedback geben, kommunizieren, u.a. Für jeden Tag gibt es eine Agenda mit genau definierten Themen und Zielen. In einem Training in der letzten Woche habe ich für einen Moment in den gruppendynamischen Modus gewechselt und die Gruppe damit konfrontiert, dass eine zwischen uns getroffene Absprache einseitig verändert wurde. Das hat für eine nachhaltige Irritation gesorgt. Das hat diese Gruppe von mir als Management-Trainer wohl nicht erwartet. Mein Eindruck war: so direkt darf man einander in diesem Kontext nicht angehen.
Quittiert wurde meine Intervention zunächst mit Schweigen und später dann mit entsprechenden Bewertungen auf den Evaluationsbögen. Beziehungsangebote meinerseits wurden ausgeschlagen. Da greift die alte Regel: Zum Aufrechterhalten von Beziehungen braucht man beide Menschen, Kündigungen können einseitig ausgesprochen werden.
Und ich nehme mir vor, bewusster damit umzugehen, auf welchem Spielfeld (eben: Gruppendynamik oder Managementtraining) ich mich befinde.

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