Populismus kommt ohne Argumente aus

Am vergangenen Samstag war in Heidenheim Parteitag der AfD Baden-Württemberg. Im Radio habe ich 2 kurze Statements von Alice Weidel und Jörg Meuthen gehört. Eines besagte, dass die Flüchtlingsobergrenze von 220.000 nur als Zahl auf dem Papier stehe und keine weiteren Auswirkungen habe. Die andere These lautete, dass die Flüchtlingspolitik nur Flickschusterei sei.

Ich möchte nicht argumentativ auf diese Thesen eingehen, möchte aber sagen, dass ich die Argumentation vermisst habe. Eine These, die ohne Begründung in den Raum gestellt wird, ist nun einmal eine Behauptung. Sonst nichts. Egal ob sie von der AfD, der SPD, der CDU, den Grünen oder sonst wem kommt.

Mit Behauptungen Politik zu machen erachte ich als schwierig. Denn ohne argumentativen Austausch, bleibt die Wahrheitssuche auf der Strecke. Doch darum geht es den Populisten wahrscheinlich gar nicht.

Das sagt zumindest auch Dr. Bernhard Weidinger, Mitarbeiter des Dokumentationsarchivs des österreichischen Widerstands (in DÖW, in Wien), im Gespräch mit Spiegel Online 15.3.2018: „(…) Aber die Idee, dass sich in Diskussionen ‚auf Augenhöhe‘ das bessere Argument durchsetzt, geht nicht auf, weil der populistische Stil gar nicht auf Überzeugung abzielt. Ihm geht es um Emotionalisierung, Verschleierung, Schmeichelei gegenüber den ‚Eigenen‘ und Feindbildpflege in Bezug auf die ‚Anderen‘ (…)“

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